„Dafür braucht man bestimmt wahnsinnig viel Geduld.“ Diesen Satz höre ich oft. Manchmal auch: „Da braucht man aber ein ganz ruhiges Händchen.“ Und ich verstehe, wie man darauf kommt — Mandalas sehen aus, als wären sie das Ergebnis von stundenlanger Zen-Meditation und chirurgischer Präzision. Aber weißt du was? Beides — die Geduld und damit das ruhige Händchen — kommt von selbst. Man setzt sich hin, setzt den ersten Punkt, und dann noch einen — und irgendwann merkt man, dass draußen die Welt weiterläuft und es einem gerade völlig egal ist. Der Perfektionismus? Bleibt an der Tür. Und das Ergebnis ist trotzdem — oder vielleicht gerade deswegen — wunderschön. Genau das passiert bei mir im Mandala-Workshop. Immer wieder.
Erst mal ankommen
Bevor irgendjemand eine Farbe oder ein Werkzeug in die Hand nimmt, kommen erst einmal alle ganz in Ruhe an. Und dann schauen wir gemeinsam, womit wir arbeiten: Welche Farben stehen vor uns und welche Tools liegen da — und was können sie eigentlich? Ein bisschen Theorie, ja. Aber wirklich nur ein kleines bisschen.
Die ersten praktischen Schritte
Auf einem Übungsblatt setzen wir dann gemeinsam die ersten Punkte — ich mache vor, die Teilnehmer:innen machen nach und probieren selbst. Wir erkunden ausgiebig die verschiedenen Tools, ich zeige zwei zusätzliche Techniken, mit denen aus einfachen Punkten plötzlich echte Muster entstehen. Danach gibt es Zeit zum Üben, zum Vertrautwerden. Ganz ohne Druck, ganz ohne „richtig“ oder „falsch“.
Jede:r findet den eigenen Rhythmus. Ich begleite den Prozess die ganze Zeit — gebe Impulse, wenn sie gebraucht werden, und halte mich zurück, wenn Raum entstehen darf. Genau diese Balance ist mir wichtig.
Der Moment vor der leeren Scheibe
Dann kommen wir zur Holzscheibe, dem Untergrund für das zukünftige Kunstwerk. Eine 10-cm- oder eine 20-cm-Scheibe, je nachdem, was sich stimmig anfühlt. Und fast immer passiert in diesem Moment dasselbe: ein Blick auf die leere Fläche, ein kurzes Zögern, ein leiser Zweifel. Das kenne ich. Und ich sage jedes Mal dasselbe: Es kommt nicht auf Perfektion an. Der erste Punkt zählt — und dann der nächste. Was am Ende entsteht, ist immer schön. Das verspreche ich.
Was ich jedes Mal aufs Neue liebe, ist zu sehen, was entsteht. Wie aus vorsichtigen ersten Schritten nach und nach klare Formen werden. Wie jede ihren eigenen Ausdruck findet. Am Ende liegen die Mandalas nebeneinander — jedes ganz für sich, jedes mit einer eigenen Stimmung.
Wie der Raum sich verändert
Mit der Zeit verändert sich die Atmosphäre im Raum. Es wird ruhiger, konzentrierter, fast still. Und gleichzeitig entsteht etwas sehr Persönliches. Viele Teilnehmer:innen beschreiben, dass sie ihre Kreativität frei entfalten konnten und sich gleichzeitig sicher begleitet gefühlt haben. Auch wenn jede Runde anders ist — aber die Vielfalt der Ergebnisse überrascht mich jedes Mal aufs Neue.






Zwischendurch gibt es kleine Pausen mit Kaffee, Tee und etwas Süßem. Zeit zum Durchatmen, zum Austauschen oder einfach, um kurz innezuhalten.
Am Ende hält jede ihr eigenes Mandala in den Händen. Und oft ist da dieser Moment von stillem Stolz und Freude — und manchmal klingen Rückmeldungen so: „Es war eine perfekte Zeit und eine große Freude, so etwas Wunderschönes gestalten zu können.“ Ich finde, man sieht den Bildern an, wie viel Ruhe und Aufmerksamkeit in ihnen steckt.
Ich male immer mit
Ich male währenddessen übrigens auch immer mit und beginne eine kleine Holzscheibe mit denselben Materialien. Für mich ist das jedes Mal spannend. Im Alltag arbeite ich oft noch mit zusätzlichen Werkzeugen oder Pinseln — im Workshop gehe ich bewusst zurück zu den Grundlagen. Und genau darin liegt etwas Schönes: sich wieder ganz auf das Wesentliche einzulassen.
Fertig werde ich dabei meistens nicht — dafür ist die gemeinsame Zeit zu voll mit Momenten, in denen ich lieber schaue, begleite, miterlebe. Die Holzscheibe vom Mandala-Workshop am letzten Wochenende habe ich inzwischen aber im Atelier zu Ende gemalt.
Für wen der Mandala-Workshop ist — und was Geduld damit zu tun hat
Der Workshop ist für dich, wenn du dir bewusst Zeit für dich nehmen möchtest, wenn du kreativ sein willst — ohne Druck und ohne Erwartungen — und erleben möchtest, wie aus kleinen Schritten etwas ganz Eigenes entsteht.
Und er ist für dich, wenn du spürst, dass dein Nervensystem gerade einfach mal Pause braucht. Innere Anspannung, der Kopf, der nicht abschaltet — das Mandala-Malen wirkt wie eine Meditation: Die gleichmäßige Wiederholung, der Fokus auf den nächsten Punkt, das Loslassen von Perfektion — das gibt dem Nervensystem genau den Rhythmus, den es zum Entspannen braucht. Und dass kreatives Tun den Cortisolspiegel messbar senkt, ist übrigens wissenschaftlich belegt — ganz unabhängig davon, ob man künstlerisch begabt ist oder nicht.
Du brauchst keine Vorkenntnisse. Und die Geduld, von der alle immer reden? Die findest du dort — ganz von selbst.
Wenn du das selbst erleben möchtest, freue ich mich, wenn du beim nächsten Mal dabei bist.







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