Diese Frage bekomme ich immer wieder. Auf Ausstellungen, im Atelier oder wenn jemand ein Mandala im Shop entdeckt: „Welche Wirkung soll dieses Bild haben?“
Ich kann sie durchaus beantworten. Jedes meiner freien Werke entsteht in der Energie von Freude, Liebe und Mitgefühl. Das ist die Grundhaltung, die ich beim Malen in das Mandala einfließen lasse.
Doch damit ist nicht alles gesagt.
Die Energie beginnt beim Malen
Ein Mandala entsteht nicht nebenbei. Ich verbringe viele Stunden mit einem Werk, setze Punkt für Punkt und lasse es intuitiv von der Mitte nach außen wachsen. Das fertige Bild kenne ich am Anfang selbst noch nicht.
Dabei zählt auch mein innerer Zustand. Ich richte meine Aufmerksamkeit bewusst auf das, was ich dem Werk mitgeben möchte. Freude kann hell und lebendig sein oder ganz still. Liebe bedeutet für mich Zugewandtheit. Mitgefühl trägt, ohne etwas zu fordern.
Für mich bleibt davon etwas zurück. Ich bin überzeugt, dass ein Kunstwerk die Energie weiterträgt, in der es entstanden ist.
Dieser Gedanke ist nicht neu. Wassily Kandinsky beschäftigte sich intensiv mit dem „Geistigen in der Kunst“ und mit der Frage, wie Farbe und Form eine innere Wirklichkeit ausdrücken können. Für ihn lag das Innere im Zentrum künstlerischen Schaffens, wie sich in der digitalisierten Originalausgabe der Universität Heidelberg nachlesen lässt.
Bei meinen Mandalas wird daraus etwas Eigenes. Farbe, Symmetrie und das leuchtende Zentrum geben ihnen ihre sichtbare Gestalt. Die Energie, in der sie entstehen, gehört für mich ebenso zum Werk.
Farbe wirkt dabei nie allein. Wie unterschiedlich wir einzelne Farbtöne erleben, habe ich bereits im Artikel „Was die Wirkung von Farben wirklich ausmacht“ beschrieben. Die Energie eines Mandalas lässt sich für mich jedoch nicht auf eine Farbpalette reduzieren.
Was davon bei dir ankommt
Dann verlässt das Mandala mein Atelier. Es zieht in ein Wohnzimmer, eine Praxis oder ein Büro und begegnet dort Menschen, deren Geschichten ich nicht kenne.
Manche Reaktionen höre ich immer wieder. „Was für eine Energie“, sagen Menschen vor meinen Bildern. Andere empfinden sie als meditativ oder erzählen, dass sie sich darin verlieren können. Der Blick bleibt am Zentrum hängen. Für einen Moment tritt der Rest zurück.
Doch nicht jeder benennt dasselbe. Ein Werk kann bei einem Menschen vor allem Ruhe auslösen, während ein anderer darin Kraft oder Zuversicht wahrnimmt.
Für mich widerspricht sich das nicht. Die Energie, in der ich male, ist klar. Wie sie einem Menschen begegnet, bleibt persönlich.
Ich kann dir sagen, was ich hineingebe. Was davon dich berührt, kannst nur du beantworten.
Mitgefühl braucht keine Erklärung
Nehmen wir Mitgefühl als Beispiel. Ein Mandala, das in dieser Energie entsteht, kann für mich gut an einen Ort passen, an dem Menschen Zuwendung und Unterstützung brauchen.
Eine Krankenhausstation wäre so ein Ort. Das Werk übernimmt dort keine medizinische Aufgabe und verspricht keine Heilung. Es bringt etwas Freundliches und Zugewandtes in den Raum. Vielleicht wird es für jemanden zu einem stillen Gegenpunkt, wenn gerade vieles andere schwer ist.
Diese Form der Wirkung ist leise. Sie muss nicht sofort benannt werden, um da zu sein.
Bei Aufträgen entsteht etwas Gemeinsames
Bei Wunschmandalas läuft es anders. Hier bestimmt die Person, für die ich male, die Intention des Werkes mit.
Manche Wünsche sind sehr klar. Das Mandala soll Mut geben, Kraft ausstrahlen oder an die eigene Balance erinnern. Vielleicht soll es Unterstützung verkörpern oder einen Neubeginn begleiten.
Andere Wünsche beginnen nur als Gefühl. Farben und Formen stehen noch nicht fest. Es gibt zunächst lediglich eine Energie, die im späteren Werk einen Platz bekommen soll.
Diese Energie wird zum Ausgangspunkt. Wir sprechen darüber, was das Mandala mitbringen darf und für welchen Raum es entsteht. Anschließend übersetze ich die gemeinsame Intention in Farbe, Form und meinen intuitiven Malprozess.
Meine eigene Grundhaltung bleibt erhalten. Freude, Liebe und Mitgefühl tragen das Werk. Die persönliche Intention gibt ihm eine zusätzliche Richtung.
Mehr über diesen gemeinsamen Prozess findest du auf meiner Seite zu den Wunschmandalas.
Was soll es also bewirken?
Meine Antwort ist heute klarer:
Ich male Freude, Liebe und Mitgefühl hinein. Bei einem Wunschmandala kommt die gemeinsam gewählte Intention hinzu.
Wie diese Energie bei dir ankommt, schreibe ich dir nicht vor.
Vielleicht spürst du Ruhe. Vielleicht Kraft, Wärme oder Zuversicht. Vielleicht zieht dich das Mandala einfach an, noch bevor du erklären kannst, warum.
Beides darf gleichzeitig wahr sein. Ein Kunstwerk kann eine klare Intention tragen und trotzdem jedem Menschen auf eigene Weise begegnen.
Deshalb bleibt am Ende eine Frage:
Welche Wirkung nimmst du wahr?
Schau dich gern bei meinen Originalen um. Welches Mandala zieht dich an, und was spürst du dabei?








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